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MindsEye: Wie ehemalige GTA-Entwickler das lineare Spielerlebnis neu definieren wollen

“MindsEye" setzt auf lineares Erzählen statt offener Welten. Das Studio Build a Rocket Boy widersetzt sich damit den jüngsten Entwicklungen im Spieldesign. Wird die Rechnung aufgehen? 

MindsEye: Wie ehemalige GTA-Entwickler das lineare Spielerlebnis neu definieren wollen

In einer Zeit, in der sich viele Videospiele durch Live-Service, langfristige Bindung der Spieler und soziale Interaktionen definieren, wirkt ein Spiel wie “MindsEye” fast wie eine Rückbesinnung auf eine frühere Ära. Explosionen, Hubschrauber und düstere Straßenschluchten erinnern an Bilder, wie man sie verstärkt in Blockbustern der 2010er Jahre gesehen hat. Doch hinter dieser Kulisse steckt ein bewusster Gegenentwurf zu den Trends der vergangenen Jahre. 

Das verantwortliche Studio Build a Rocket Boy – gegründet von Leslie Benzies, dem ehemaligen Präsidenten von Rockstar North – verfolgt mit “MindsEye” einen linearen Ansatz im Storytelling. Die Spielzeit liegt bei etwa 15 Stunden, was verglichen mit anderen Games überschaubar ist. 

Lineares Erzählen statt offener Möglichkeiten

Auch an anderen Stellen entfernt sich “MindsEye” vom Trend: Trotz einiger offener Strukturelemente beschreibt das Team die Spielwelt als eine Art “Faux-Open-World”. Ziel ist ein fokussiertes Erlebnis, das sich stärker an klassischen Erzähltechniken orientiert.

„Letztendlich sind Spiele großartige Mechanismen, um wirklich bedeutungsvolle Geschichten zu erzählen, wirklich eindringliche Geschichten“, erklärte Adam Whiting, Assistant Game Director bei Build a Rocket Boy, in einem Gespräch mit Eurogamer

Der Fokus liege auf einer interaktiven Erzählweise, die tiefergehende emotionale Beteiligung ermögliche. Laut Whiting unterscheiden sich Spiele hier entscheidend von anderen Medienformaten, da sie keine passive Unterhaltung sind, sondern aktives Erleben erfordern.

„Ich glaube, ein Videospiel bietet Möglichkeiten, das Publikum zu fesseln, die man bei einem Film oder einer Fernsehserie nicht unbedingt hat, weil man nicht passiv zuschaut, sondern tatsächlich interagiert und sich mit den Charakteren und der Geschichte auseinandersetzt“, betonte der Assistant Game Director und ergänzte: „Ich glaube, das hat etwas sehr Starkes.“

Während in der Branche lange Zeit die Annäherung an das Kino im Vordergrund stand, scheinen viele Studios inzwischen andere Wege zu gehen – etwa durch Multiplayer-Konzepte, offene Welten oder Live-Service-Inhalte. Doch Whiting sieht in dieser Entwicklung eine Einseitigkeit: „Ich denke, dass wir jetzt zu weit in die andere Richtung gegangen sind. Ich liebe Kino und Filme, und ich denke, viele andere tun das auch.“

Die Entscheidung, mit “MindsEye” ein kürzeres, linear aufgebautes Spiel zu entwickeln, sei auch eine Reaktion auf die Komplexität und Kosten heutiger Spieleproduktion. Viele Entwickler versuchten, Titel zu schaffen, die möglichst lange Engagement bieten. “Aber ich denke, es spricht einiges für eine wirklich bedeutungsvolle, gut durchdachte und gut ausgearbeitete Geschichte“, so Whiting – eine, in die „Spieler eintauchen können, die Momente voller Spannung, Charakterentwicklung, zärtlicher Momente und dann Momente voller Spektakel und Drama bietet.“



Zeitgemäße Themen im klassischen Rahmen

Die Handlung von “MindsEye” spielt in einer dystopisch anmutenden US-Metropole und dreht sich um Themen wie künstliche Intelligenz, technologische Dominanz, Gier und Korruption. Whiting bezeichnete derartige Elemente im Interview als „einfach universelle Geschichten“. 

Es sind Geschichten, wie sie auch in einer populären Reihe des ehemaligen Studios von Leslie Benzies erzählt werden. Eine „GTA“-Kopie werde “MindsEye” aber nicht. Zwar erinnere die Szenerie in Stil und Ton an Serien wie “Grand Theft Auto”, doch Whiting gab zu verstehen, dass dies keine bewusste Anlehnung sei. Vielmehr hätten gesellschaftliche Entwicklungen die Themenwahl beeinflusst.

Ein auffälliges Element ist die Fokussierung auf die USA – trotz der britischen Herkunft des Studios. Aus der Perspektive eines Außenstehenden lasse sich die Gesellschaft differenzierter betrachten, was erzählerisch verwendet werden könne. Für Whiting, der „Amerika und die amerikanische Kultur immer geliebt“ habe, bietet der Schauplatz „reichlich Stoff für Geschichten und interessante Charaktere.“

Neben “MindsEye” arbeitet Build a Rocket Boy an der Plattform “Everywhere”, die eine Art Metaverse-Ansatz verfolgt. Dort sollen Nutzer künftig eigene Inhalte erstellen und teilen können, etwa überarbeitete Missionen oder Plug-and-Play-Assets. Wie genau sich diese nutzergenerierten Elemente bei der Markteinführung auswirken werden, ließ Whiting offen. Man möchte schon bald „bald ausführlicher sprechen“.



“MindsEye” erscheint im am 10. Juni 2025 für PS5, Xbox Series X/S und PC. Vorbestellungen sind bereits möglich.

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KaIibri-96

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31. März 2025 um 10:37 Uhr
Fluessigmetall

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31. März 2025 um 11:17 Uhr
FURZTROCKEN

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31. März 2025 um 11:29 Uhr
DUALSHOCK93

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31. März 2025 um 14:29 Uhr
Fluessigmetall

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31. März 2025 um 16:29 Uhr
slowmoflow

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31. März 2025 um 18:08 Uhr
TheRockIsMyHero

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