Der Launch von “Helldivers 2” war für alle Beteiligten eine ziemlich überraschende Erfahrung. Mit dem Erfolg hatte nicht einmal der zuständige Entwickler Arrowhead gerechnet. Die Folge: In den ersten Wochen bildeten sich beim Matchmaking Warteschlangen. Die Server waren nicht in der Lage, die Nachfrage zu bedienen.
Auf Steam versammelten sich in der Launch-Phase bis zu 458.709 Spieler gleichzeitig im Shooter. Die PC-Version stellt aber nur einen Teil der Spielerschaft dar. Auch für die PS5 kam „Helldivers 2“ auf den Markt. Doch von den damaligen Zahlen war der von Sony Interactive Entertainment veröffentlichte Titel Monate später weit entfernt.
Krise nach dem Höhenflug
Schon kurz nach dem Launch von „Helldivers 2“ kam es zu einem ersten Dämpfer. Auslöser war Sonys Entscheidung, für alle PC-Spieler eine verpflichtende Verknüpfung zwischen Steam- und PlayStation-Network-Konten einzuführen.
Die im Mai 2024 erfolgte Ankündigung führte zu einer massiven Welle negativer Reaktionen: Innerhalb von 48 Stunden erhielt „Helldivers 2“ über 100.000 negative Bewertungen auf Steam. Im selben Monat machte Sony einen Rückzieher. Über den Sommer hinweg sanken die Spielerzahlen jedoch weiter.
Shams Jorjani, CEO des Studios, sprach in diesem Zusammenhang von einem kritischen Moment, der zu einem direkten Gespräch mit Hermen Hulst, zeitweise Co-Chef von Sony Interactive Entertainment, führte: „Vielleicht der Tiefpunkt meiner bisherigen Karriere. Ich musste dem CEO erklären, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und was wir tun werden, um wieder auf die Beine zu kommen.“
Die Leute wollten plötzlich in den Urlaub
Erschwerend war, dass es nur wenige Wochen nach dem Account-Desaster zu einem Führungswechsel kam. Johan Pilestedt trat Ende Mai 2024 als CEO von Arrowhead zurück, Shams Jorjani übernahm. Allerdings stand er vor einer schwierigen Situation.
„Als ich gebeten wurde, [als CEO] einzuspringen, gaben sie mir quasi die Autoschlüssel… und sagten: Wir machen Urlaub, weil wir in den letzten Sommern nicht viel frei hatten. Und ich meinte: Wir betreiben ein Live-Service-Spiel, da können die Leute die nächsten drei Monate nicht weg! Aber so ist das nun einmal in Schweden. Wir nehmen unseren Sommerurlaub sehr ernst“, erinnerte sich Jorjani.
Es folgte für „Helldivers 2“ ein 60-Tage-Plan und ein ständiger Strom von Updates, der die Fans zurück in den Shooter bringen sollte – was zum Teil tatsächlich gelang. Nach einem Tiefpunkt von rund 25.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam (die PS5-Zahlen sind nicht bekannt), sorgte die Erweiterung „Omens of Tyranny“ im vergangenen Dezember für einen zeitweiligen Sprung über die 150.000-Spieler-Marke.
No Man’s Sky als Vorbild
Als Inspirationsquelle für die laufende Unterstützung von „Helldivers 2“ nannte Jorjani das Entwicklerteam hinter “No Man’s Sky”, das eine ähnliche Entwicklung durchlief: ein problematischer Start, gefolgt von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Auch intern habe der Erfolg von “Helldivers 2” zu einer geänderten Situation geführt. Mit Blick auf die gestiegenen Erwartungen äußerte Shams Jorjani: „Wir waren dieselben Leute wie vor 12 Monaten. Aber plötzlich sind wir in einer anderen Liga.“
Arrowhead möchte weiter an der Optimierung von “Helldivers 2” arbeiten. Die Herausforderungen eines Live-Service-Spiels – insbesondere im Hinblick auf technische Stabilität, Community-Feedback und langfristige Spielerbindung – stehen dabei im Mittelpunkt.
Weitere Meldungen rund um Helldivers 2:
„Helldivers 2“ bietet kooperative Third-Person-Action für bis zu vier Spieler. Die positiven Kritiken und das hohe Interesse führten dazu, dass “Helldivers 2” in den ersten drei Monaten über zwölf Millionen Abnehmer fand. Damit wurde der Shooter laut Sony zum bisher am schnellsten verkauften Titel in der Geschichte von PlayStation.
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Kommentare
darkbeater
02. April 2025 um 12:00 UhrBei reinen Multiplayer Spielen kann man die PSN pflicht noch verstehen, aber bei Singleplayer Spielen sollte das bloß optimal sein.
ironman1984
02. April 2025 um 12:16 Uhr@darkbeater
Helldivers 2 ist ja auch ein reiner Multiplayer!
darkbeater
02. April 2025 um 12:46 Uhr@ironman1984 Ja weiß ich wollte bloß damit sagen, dass es eben bei Multiplayer Spielen ok ist und bei offline Spielen keine Pflicht sein sollte.
Appokalispe
02. April 2025 um 12:46 UhrAls ich vor ein paar Wochen zum Stöbern durch Saturn geschlendert war, wollt ich’s dann doch mal wissen was es mit HD2 auf sich hat, und nahm’s dann einfach mal mit.
Na, janz ehrlich: es macht ultra Spaß!
Ich bin nun schon so viele Jahre reiner Single-Player-Spieler gewesen, dass ich mich beim HD2 Zocken fragte warum oder wann ich eigentlich aufgehört hatte, Multiplayer-Games zu zocken.
Den bisher tollsten Moment in HD2 hatte ich eigentlich auch aus einer Spielsituation heraus, die für mich selbst gar nicht mal sooo herausstach.
Ich schoss mit dem Antimaterie-Snipergewehr einen Bot/Terminator aus weiter Entfernung nieder, der gerade einen Teamkollegen angriff. Für mich persönlich halt ne normale Spielsituation gewesen. Schon cool, aber eben ganz „normal“.
Aber nach der Mission, wenn man dann wieder gemeinsam aufm Raumschiff zur Missionsbewertung ist, fragte der andere Spieler in die Runde wer es denn war, der den Bot zerstörte.
Und ich sagte halt „Ich, one-shot mit dem Sniper-Gewehr, hatte jesehn dass du Hilfe brauchst!“
Worauf er dann halt aus seiner Sicht total euphorisch beschrieb, dass DAS genau einer der Gründe war, warum er HD2 so geil findet.
Denn aus seiner Sicht musste er halt nachladen, rannte vor dem Kettensägen-Terminator weg, drehte sich wieder zum Terminator um, der ihm natürlich hinterher rannte, und war drauf & dran, jetzt eben doch brutal vom Terminator gekilled zu werden.
Und im letzten Moment schlug dann die Antimaterie-Kugel von der Seite aus in den „Kopf“-Teil des Terminators ein, Metallfetzen flogen herum und der Terminator kippte zerstört zur Seite zu Boden.
Haha, ich fand’s wirklich cool, wie er das halt so beschrieben hatte, aus seiner Sicht heraus. Was für mich persönlich eben ’n Schuss ausm Scharfschützengewehr war, war für ihn eine geile Coop-Action-Sequenz mit Happy End.
Und was ich an HD2 auch ziemlich klasse finde ist, dass es tatsächlich „next-gen“ Feeling versprüht, zumindest bei mir.
Ist jetzt kein Grafikbrecher, aber das Teil wäre auf der PS4 nie im Leben gelaufen. So viel, wie aufm Bildschirm teilweise abgeht. Und die Soundeffekte sind so unfassbar herrlich wuchtig!
Naja, ha, ein bisschen abgedriftet, aber so viel zu meinen Erfahrungen mit HD2. Und ich kann daher schon verstehen, dass GaaS-Konzepte ziemlich weit oben auf den Listen der Publisher stehen.
HD2 macht schon ultra Bock, und für Sony ist’s enorm erfolgreich.
Aber, ja, HD2 traf/trifft nunmal einen ganz besonderen Nerv, da ist ja auch viel Humor drin. Und man merkt Helldivers 2 auch in jeder Hinsicht an, dass Arrowhead halt genau wissen, was sie da für ein Spiel machen wollten.