Nintendo hat gestern zahlreiche Informationen zur Switch 2 veröffentlicht. Dazu gehören Angaben zum Termin, aber auch zu den neuen Features und zur Preisgestaltung. Mit 469,99 Euro wird die Handheld-Konsole kein Schnäppchen. Vorbestellungen werden bereits angenommen.
In den USA zahlen Kunden 449,99 US-Dollar. Damit liegt die Switch 2 am oberen Ende der prognostizierten Preisspanne. Physische Spiele kosten in der Standardversion mitunter rund 90 US-Dollar.
Zölle könnten Konsolenpreise deutlich erhöhen
Analysten sehen in der Preisgestaltung einen Hinweis darauf, dass Nintendo mögliche Zusatzkosten durch Zölle einkalkuliert. „[Der Preis] deutet darauf hin, dass Nintendo einen Puffer aufbaut für den Fall, dass Zölle die Lieferketten stärker als erwartet treffen“, erklärte Serkan Toto, Gründer von Kantan Games.
Noch bevor die Switch 2 den Handel erreicht, könnte ihr tatsächlicher Endpreis in den USA durch neue Zollmaßnahmen sogar noch einmal steigen. Die Regierung unter Donald Trump hat einen pauschalen Importzoll von zehn Prozent eingeführt und erhebt zusätzlich sogenannte „reziproke“ Zölle auf bestimmte Länder.
Vietnam, wo ein großer Teil der Switch 2 gefertigt wird, ist mit einem Satz von 46 Prozent betroffen. Für Kambodscha, ein weiteres Produktionsland, sind 49 Prozent vorgesehen. Für Importe aus China gelten bereits Abgaben von 34 Prozent.
„Die Switch-Produktion hat sich nach Vietnam verlagert und liegt derzeit etwa bei 50:50 gegenüber China“, erklärte David Gibson, Analyst bei MST Financial. Sollte sich an der derzeitigen Produktionsverteilung nichts ändern, rechnet er mit einem Preisaufschlag von über 35 Prozent für US-Konsumenten. Die Folge: Eine Switch 2 könnte im Handel mehr als 600 US-Dollar kosten, berichtet Kotaku.
Auffallend ist, dass in Japan ein günstigeres Modell angeboten wird:
Steigende Verbraucherpreise und Rezession
Die Consumer Technology Association hatte bereits mit Preissteigerungen von Hunderten von Dollar für Videospielkonsolen gerechnet. Doch mit den jüngst angekündigten Zöllen könnten die US-Preise noch einmal deutlicher steigen.
„Präsident Trumps umfassende globale und gegenseitige Zölle bedeuten massive Steuererhöhungen für die Amerikaner, die die Inflation anheizen, Arbeitsplätze vernichten und möglicherweise eine Rezession der US-Wirtschaft auslösen“, meint Gary Shapiro, CEO der Vereinigung, in einer Pressemitteilung. „Diese Zölle werden die Verbraucherpreise erhöhen und unsere Handelspartner zu Gegenmaßnahmen zwingen.“
Berichten zufolge hat Nintendo bereits im Vorfeld Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Zollpolitik zu begrenzen. So wurden dem Vernehmen nach Hunderttausende Exemplare der Switch 2 vorab aus Vietnam in die USA geliefert.
Die neuen Importzölle sollen am 5. April 2025 in Kraft treten und werden auch Auswirkungen auf andere Konsolen wie die PS5 und Xbox Series X/S haben. Selbst auf dem PC-Gaming-Markt dürften die Zölle zu spüren sein. Die Switch 2 erscheint am 5. Juni 2025. Ob sich die Zollmaßnahmen langfristig durchsetzen oder vorher revidiert werden, bleibt allerdings abzuwarten.
Auswirkungen auf Spielemarkt und physische Medien
Neben Konsolen betrifft die Zollpolitik auch physische Spiele. Viele Datenträger für den US-Markt werden beispielsweise in Mexiko produziert – ein Land, das ebenfalls von Importzöllen betroffen ist. Wir berichteten bereits im vergangenen März:
Die Bedeutung physischer Spieleveröffentlichungen nimmt seit Jahren ab – ein Trend, der durch die aktuellen Maßnahmen weiter an Fahrt gewinnen könnte. 2024 entfielen laut Analysen bereits 95,4 Prozent der weltweiten Spieleumsätze auf digitale Verkäufe. Physische Verkäufe machten mit 8,5 Milliarden US-Dollar nur noch 4,6 Prozent des Gesamtmarkts aus – ein Rückgang von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Kommentare
Alistair73
03. April 2025 um 19:02 Uhr#Buzz1991
Der durchschnittliche Zoll von us Gütern beträgt 2,5% Vorher lag der us Zoll für EU Güter bei 2.1%. jetzt liegt er bei rund 22%, das man so was rechtfertigt…
Samson86
03. April 2025 um 19:16 Uhr@Serial Killer
Er ist lächerlich und n reiner Populist, jedoch kein Vergleich zu den Diktatoren. Beim Leichenvergleich stehen Putin, Kim und Xi weit oben auf den Treppchen.
Van_Ray
03. April 2025 um 19:18 UhrNike – ein US-Unternehmen – lässt 25% seiner Sneaker in Vietnam fertigen. Darf jetzt schön 40% Zoll auf die Einfuhr in die USA bezahlen. Top für das US-Unternehmen und seine US-amerikanischen Angestellten. Indonesien hat ein Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von knapp 12 Mrd., das zu einem riesigen Teil aus dem Export von Kaffee in die USA besteht. Wachsen in den USA Kaffeebohnen? Alle amerikanischen Kaffeetrinker bezahlen diesen Trump-Schwachsinn in Zukunft mit diesen Zöllen komplett ohne Sinn und Verstand.
Samson86
03. April 2025 um 19:21 Uhr@Buzz1991
Von welcher Medienlandschaft sprichst du ?
Selbst im ZDF, der achso einseitige Sender, würde das schon aufgeschlüsselt.