Suche Login

Trump-Zölle: Schlecht für Konsumenten und Hersteller - Analysten zeichnen düsteres Bild 

Die kurzfristige Aussetzung der Vorbestellungen für die Nintendo Switch 2 sorgt in der Branche für Verunsicherung. Analysten sehen in den US-Zöllen eine tiefgreifende Herausforderung für die Preisgestaltung.

Trump-Zölle: Schlecht für Konsumenten und Hersteller – Analysten zeichnen düsteres Bild 

Nintendo hat in den USA die geplante Vorbestellphase der Switch 2 ausgesetzt. Hintergrund ist die jüngste Ankündigung weitreichender Zölle durch die US-Regierung, die Importe aus zahlreichen Ländern betrifft – darunter auch Standorte, in denen Nintendo produziert. 

Der Preis der Switch 2, der ursprünglich mit 449,99 US-Dollar angesetzt wurde, steht nun ebenso zur Debatte wie die Kosten für begleitende Spiele und Zubehör. Die Unsicherheit über mögliche Preissteigerungen führt zu Spekulationen – auch in den Reihen von Analysten. Einige von ihnen äußerten sich gegenüber IGN irritiert. 

Analysten verweisen auf die Einzigartigkeit der Situation

Die derzeitige Lage sei beispiellos, meint Dr. Serkan Toto, CEO von Kantan Games: „Es ist sehr schwer vorherzusagen, aber Nintendo wird wahrscheinlich ein paar Tage brauchen, um Simulationen durchzuführen und dann Preiserhöhungen anzukündigen, nicht nur für das System selbst, sondern auch für Spiele und Zubehör.“ Zunächst sei er davon ausgegangen, dass Nintendo an den ursprünglichen Preisankündigungen festhalte. Doch die Aussetzung der Vorbestellungen habe seine Einschätzung verändert.

Mat Piscatella, leitender Analyst bei Circana, äußerte sich ähnlich vorsichtig. Aus seiner Sicht sei die Tiefe und Geschwindigkeit der Zollerhebungen überraschend: „Jedes vernünftige und verantwortungsbewusste Unternehmen, das auf internationale Lieferketten angewiesen ist, wird jetzt seine Preise für US-Verbraucher neu bewerten. Das ist eine Notwendigkeit. “ 

Ob und in welchem Umfang sich dies auf die Preisstruktur von Nintendo-Produkten – oder auf andere Konsolen – auswirken wird, lasse sich derzeit nicht abschließend beurteilen. „Nach den Gesprächen, die ich führe, haben Umfang und Ausmaß der Zölle alle überrascht, nicht nur die Verbraucher“, ergänzte Piscatella. 



Auswirkungen auf Hardware und digitale Märkte

Auch Manu Rosier, Leiter der Marktanalyse bei Newzoo, geht von steigenden Hardwarepreisen aus, während Softwarepreise vermutlich stabiler bleiben könnten. „Physische Versionen könnten zwar von den Zöllen betroffen sein, aber die wachsende Dominanz und die niedrigeren Kosten des digitalen Vertriebs würden wahrscheinlich jede breitere Auswirkung begrenzen“, so Rosier.

Joost van Dreunen, Professor an der NYU Stern School of Business, hält es für möglich, dass Nintendo bei der ursprünglichen Preisfestlegung bereits potenzielle wirtschaftliche Risiken einkalkuliert hat: „Angesichts der Auswirkungen der ersten Trump-Regierung hat Nintendo, wie andere Hersteller auch, die Lieferkette umstrukturiert, um solche geopolitischen Risiken zu minimieren. In der Vergangenheit strebte Nintendo einen inflationsbereinigten Einführungspreis von etwa 400 US-Dollar an.“

Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis sieht Nintendo in einem strategischen Dilemma. Eine weitere Preissteigerung könnte zu einer negativen Reaktion der Konsumenten führen: „Nintendo wird den Preis nach der Ankündigung nicht mehr ändern wollen, aber ich denke, jetzt ist alles offen. Sollte sich der Preis ändern, wird das die Marke und die Wahrnehmung des Produkts durch die US-Verbraucher zum Marktstart beeinflussen. Ich glaube nicht, dass das treue Fans verschrecken wird, aber es könnte die breite Masse abschrecken, die abwarten wird.“ 



Industrie im Krisenmodus

Rhys Elliott von Alinea Analytics spricht von einer grundsätzlichen Belastung für die Branche: „Unternehmen können nicht einfach ihre gesamte Lieferkette umstellen und alles in die USA verlagern. Das ist logistisch schlicht nicht möglich. Nach geltendem Recht (ich kann nicht glauben, dass ich das so präzisieren muss, aber so ist es nun einmal) wäre Trump zum Zeitpunkt einer solchen Umstellung nicht mehr an der Macht.“

Zwar hätten einige Hersteller – darunter auch Nintendo – bereits begonnen, ihre Produktion geografisch anzupassen. Doch diese Strategie sei angesichts der unvorhersehbaren Dynamik nicht langfristig tragfähig.

Elliott verweist auch auf eine differenzierte Preisstrategie, bei der digitale Spieleversionen in bestimmten Märkten günstiger angeboten werden könnten, um logistische und tarifbedingte Nachteile auszugleichen. Letztlich werden die Zölle aber „für die Verbraucher in den USA schlecht sein“.

Weitere Meldungen zum Thema: 



Nintendo hat sich bislang nicht konkret zu einer Preisänderung geäußert. Die Veröffentlichung der Switch 2 ist für den 5. Juni 2025 angesetzt. Ein neuer Termin für den Beginn der US-Vorbestellungen wurde bislang nicht kommuniziert.

Weitere Meldungen zu .

Diese News im PlayStation Forum diskutieren

(*) Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.

Kommentare

4everGaming

4everGaming

05. April 2025 um 16:25 Uhr
OzeanSunny

OzeanSunny

05. April 2025 um 16:26 Uhr
Scaramanga

Scaramanga

05. April 2025 um 16:29 Uhr
Christian1_9_7_8

Christian1_9_7_8

05. April 2025 um 17:38 Uhr
Papa Playstation

Papa Playstation

05. April 2025 um 17:51 Uhr
BigChonkus

BigChonkus

05. April 2025 um 20:42 Uhr
Blackmill_x3

Blackmill_x3

05. April 2025 um 21:44 Uhr
Cannon Drill

Cannon Drill

06. April 2025 um 10:37 Uhr
Waltero_PES

Waltero_PES

06. April 2025 um 11:03 Uhr