Nintendo hat in den USA die geplante Vorbestellphase der Switch 2 ausgesetzt. Hintergrund ist die jüngste Ankündigung weitreichender Zölle durch die US-Regierung, die Importe aus zahlreichen Ländern betrifft – darunter auch Standorte, in denen Nintendo produziert.
Der Preis der Switch 2, der ursprünglich mit 449,99 US-Dollar angesetzt wurde, steht nun ebenso zur Debatte wie die Kosten für begleitende Spiele und Zubehör. Die Unsicherheit über mögliche Preissteigerungen führt zu Spekulationen – auch in den Reihen von Analysten. Einige von ihnen äußerten sich gegenüber IGN irritiert.
Analysten verweisen auf die Einzigartigkeit der Situation
Die derzeitige Lage sei beispiellos, meint Dr. Serkan Toto, CEO von Kantan Games: „Es ist sehr schwer vorherzusagen, aber Nintendo wird wahrscheinlich ein paar Tage brauchen, um Simulationen durchzuführen und dann Preiserhöhungen anzukündigen, nicht nur für das System selbst, sondern auch für Spiele und Zubehör.“ Zunächst sei er davon ausgegangen, dass Nintendo an den ursprünglichen Preisankündigungen festhalte. Doch die Aussetzung der Vorbestellungen habe seine Einschätzung verändert.
Mat Piscatella, leitender Analyst bei Circana, äußerte sich ähnlich vorsichtig. Aus seiner Sicht sei die Tiefe und Geschwindigkeit der Zollerhebungen überraschend: „Jedes vernünftige und verantwortungsbewusste Unternehmen, das auf internationale Lieferketten angewiesen ist, wird jetzt seine Preise für US-Verbraucher neu bewerten. Das ist eine Notwendigkeit. “
Ob und in welchem Umfang sich dies auf die Preisstruktur von Nintendo-Produkten – oder auf andere Konsolen – auswirken wird, lasse sich derzeit nicht abschließend beurteilen. „Nach den Gesprächen, die ich führe, haben Umfang und Ausmaß der Zölle alle überrascht, nicht nur die Verbraucher“, ergänzte Piscatella.
Auswirkungen auf Hardware und digitale Märkte
Auch Manu Rosier, Leiter der Marktanalyse bei Newzoo, geht von steigenden Hardwarepreisen aus, während Softwarepreise vermutlich stabiler bleiben könnten. „Physische Versionen könnten zwar von den Zöllen betroffen sein, aber die wachsende Dominanz und die niedrigeren Kosten des digitalen Vertriebs würden wahrscheinlich jede breitere Auswirkung begrenzen“, so Rosier.
Joost van Dreunen, Professor an der NYU Stern School of Business, hält es für möglich, dass Nintendo bei der ursprünglichen Preisfestlegung bereits potenzielle wirtschaftliche Risiken einkalkuliert hat: „Angesichts der Auswirkungen der ersten Trump-Regierung hat Nintendo, wie andere Hersteller auch, die Lieferkette umstrukturiert, um solche geopolitischen Risiken zu minimieren. In der Vergangenheit strebte Nintendo einen inflationsbereinigten Einführungspreis von etwa 400 US-Dollar an.“
Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis sieht Nintendo in einem strategischen Dilemma. Eine weitere Preissteigerung könnte zu einer negativen Reaktion der Konsumenten führen: „Nintendo wird den Preis nach der Ankündigung nicht mehr ändern wollen, aber ich denke, jetzt ist alles offen. Sollte sich der Preis ändern, wird das die Marke und die Wahrnehmung des Produkts durch die US-Verbraucher zum Marktstart beeinflussen. Ich glaube nicht, dass das treue Fans verschrecken wird, aber es könnte die breite Masse abschrecken, die abwarten wird.“
Industrie im Krisenmodus
Rhys Elliott von Alinea Analytics spricht von einer grundsätzlichen Belastung für die Branche: „Unternehmen können nicht einfach ihre gesamte Lieferkette umstellen und alles in die USA verlagern. Das ist logistisch schlicht nicht möglich. Nach geltendem Recht (ich kann nicht glauben, dass ich das so präzisieren muss, aber so ist es nun einmal) wäre Trump zum Zeitpunkt einer solchen Umstellung nicht mehr an der Macht.“
Zwar hätten einige Hersteller – darunter auch Nintendo – bereits begonnen, ihre Produktion geografisch anzupassen. Doch diese Strategie sei angesichts der unvorhersehbaren Dynamik nicht langfristig tragfähig.
Elliott verweist auch auf eine differenzierte Preisstrategie, bei der digitale Spieleversionen in bestimmten Märkten günstiger angeboten werden könnten, um logistische und tarifbedingte Nachteile auszugleichen. Letztlich werden die Zölle aber „für die Verbraucher in den USA schlecht sein“.
Weitere Meldungen zum Thema:
Nintendo hat sich bislang nicht konkret zu einer Preisänderung geäußert. Die Veröffentlichung der Switch 2 ist für den 5. Juni 2025 angesetzt. Ein neuer Termin für den Beginn der US-Vorbestellungen wurde bislang nicht kommuniziert.
Weitere Meldungen zu Switch 2.
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Kommentare
4everGaming
05. April 2025 um 16:25 UhrIrgendwie ist im Gaming der Wurm drin. Sony mit massiven Problemen mit der Verfügbarkeit der PS 5 wegen Corona. Dann Studio Schließungen ohne Ende, weil die Corona Blase geplatzt ist und jetzt hat Nintendo mit der Einführung der Switch 2 zu kämpfen, wegen dem Handelskrieg der USA gegen den Rest der Welt. Richtig kaputte Zeiten aktuell !
OzeanSunny
05. April 2025 um 16:26 UhrMan kann nur abwarten was passiert.
Wenn das Volk irgendwann mal in Amerika darunter leiden wird und ich meine nicht explizit die Gamingsparte dann wird wohl irgendwas passieren oder ein umdenken stattfinden müssen.
Man kann locker zum Glück auf amerikanische Produkte verzichten die frage ist nur wie lange kann Amerika auf internationale Produkte verzichten.
China schlägt wohl zurück mit 34% Zölle und andere Länder werden sich das auch nicht gefallen lassen.
Deswegen bin ich gespannt wie lange Trump das durchhalten kann.
Scaramanga
05. April 2025 um 16:29 Uhr2* Trump in 2 Tagen.
Renello
05. April 2025 um 17:12 UhrMake Naughty Dog great again
Christian1_9_7_8
05. April 2025 um 17:38 UhrKönnen wir ja froh sein das Sony ein Japanischer Konzern ist..Microsoft wird es wohl mit voller Härte treffen…allein Apple schon über 200 Milliaren Wertverlust
Papa Playstation
05. April 2025 um 17:51 UhrIch finde es super, ich habe für mehrere 10’000 Aktien gekauft weil alles im Keller ist. Jetzt ist der beste Zeitpunkt für Nvidia, Marvell Technology, usw… Aktien zu kaufen
dukatan
05. April 2025 um 17:55 UhrTrump macht genau das richtige um Amerika zu entschulden. Die Aktionäre flüchten in Staatsanleihen und das wirkt sich positiv auf die Schuld-Zinsen aus für die USA. Unsere Geld ist nun mal nix mehr Wert nach jahrelangen drucken wie ein wahnsinniger. Ich sag mal so, ich durfte bisher fast 40 Jahre in Frieden und Wohlstand leben. Nun sind wir halt im Zyklus der Krisen. Da kostet eben ein Mario jetzt 90 Euro und 1l Orangensaft 2,95 Euro… Wird auch noch nicht Ende sein. Das gute dabei: es wird auch wieder Berg auf gehen. Drück allen hier die Daumen die Zeit gut zu überstehen.
Afgncaap
05. April 2025 um 18:36 Uhr@Christian1_9_7_8
Sony Interactive Entertainment – also die Cheffes hinter der Playstation-Marke – ist ein US-Konzern. Ihr Mutterkonzern ist japanisch. u.U. wird das US-Geschäft subventioniert und der Rest der Welt zahlt drauf. Oder der Rest der Welt bekommt es günstiger, da die Produktion ja nicht in den USA stattfindet.
Wir wissen das (noch) nicht genau, meine Damen und Herren.
RegM1
05. April 2025 um 19:20 UhrDas Wirtschaftsverständnis mancher ist… erschreckend.
BigChonkus
05. April 2025 um 20:42 UhrTrump hat nicht verstanden, was eine einflussreiche Großmacht ausmacht. Was man allgemein als Einfluss bezeichnet, versteht der Lappen als „dIE NuTZen uNs Aus“. Wenn man die Welt die wiese Hohlbirne nur rein monetär sieht, wird die USA ihre Verbündeten verlieren und sich isolieren.
Blackmill_x3
05. April 2025 um 21:44 UhrAlles richtig so
Cannon Drill
06. April 2025 um 10:37 UhrDie Leute bekommen halt das wofür sie gewählt haben. Aber letztlich hat es was Positives. Orange Man schafft es wie kein anderer andere Nationen zu vereinen.
Wenn China, Japan und Südkorea – Nationen die sich seit hunderten von Jahren hassen – ein gemeinsames Vorgehen gegen die Zölle anküdigen, dann hat das schon was Historisches. Allgemein gut für die Welt wenn sie sich von den USA abnabelt. Es gibt genug Nationen die miteinander arbeiten wollen.
Waltero_PES
06. April 2025 um 11:03 UhrIrgendwer findet sich ja immer, der den Quatsch von Trump verteidigt. Dabei ist es absoluter wirtschaftspolitischer Nonsens, was er so erzählt. Und das ist der Grund, weshalb die Börsen weltweit abrauschen.